Kategorie: Aktuelles

4.000 Menschen demonstrierten in Berlin für die Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung

4.000 Menschen demonstrierten in Berlin für die Sicherung der psychotherapeutischen Versorgung

PRESSEMITTEILUNG

Berlin, 16. April 2026: 4.000 Psychotherapeut*innen und Unterstützer*innen demonstrierten heute in Berlin im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages gegen die geplanten Kürzungen in der Psychotherapie. Ein breites Bündnis von psychotherapeutischen Berufs- und Fachverbänden hatte zu der Demo aufgerufen, die vom Bundestag bis zur Zentrale des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) führte. Eine Honorarkürzung um 4,5 Prozent sowie die Kürzung psychotherapeutischer Leistungen in den Plänen der Finanzkommission Gesundheit waren Auslöser der Proteste. 

Gemeinsam mit der Petentin Johanna Alisa Jung, deren Petition „Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt?“ innerhalb kurzer Zeit über 550.000 Unterschriften erreichte, forderten die Psychotherapeut*innen die Politik lautstark auf, die Kürzungen in der Psychotherapie zu stoppen.  

Die Argumente der Demonstrant*innen waren eindeutig: Angesichts „klammer“ Kassen der gesetzlichen Krankenversicherungen rechnet sich Psychotherapie: Jeder hier investierte Euro spart gesamtgesellschaftlich 2 bis 4 Euro ein. Zugleich macht Psychotherapie nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten innerhalb der GKV-Versorgung aus, und die Fachgruppe der Psychotherapeut*innen bildet bei den Vergütungen das Schlusslicht. Daher ist es umso unverständlicher, dass der erweiterte Bewertungsausschuss die Vergütung für Psychotherapie auf Betreiben des GKV-SV ab April pauschal um 4,5 Prozent abgesenkt hat und die Finanzkommission Gesundheit den Rotstift ausgerechnet bei den psychotherapeutischen Leistungen ansetzt. Die Demonstrierenden forderten das Bundesministerium für Gesundheit auf, den Beschluss des Bewertungsausschusses zu beanstanden. Außerdem riefen sie dazu auf, weitere Maßnahmen, die die psychotherapeutische Versorgung aushöhlen, zu stoppen.   

„Wer an Psychotherapie spart, spart an Menschen in Not. Für diese Einsparungen zahlt man morgen ein Vielfaches – gesellschaftlich, wirtschaftlich und menschlich. Wir werden nicht hinnehmen, dass ausgerechnet ein Bereich gekürzt wird, der nachweislich Leid lindert, Teilhabe ermöglicht und langfristig Kosten senkt. Wir fordern die Politik auf, die Entscheidung des GKV-Spitzenverbands zu stoppen!“, fordert Prof. Rudolf Stark, Vorstandsvorsitzender von unith e.V.. Die Veranstalter*innen senden auch eine klare Botschaft an den GKV-SV, vor dessen Haustür die Demonstration mit einer Abschlusskundgebung endete: Es gibt eine Reihe harter Fakten, die ganz klar für eine Weiterentwicklung der psychotherapeutischen Versorgung und nicht für ein Zusammenstreichen sprechen. Sie überreichten ein entsprechendes Faktenblatt und boten wiederholt Unterstützung bei der Entwicklung einer effizienten, leitlinienorientierten psychotherapeutischen Versorgung an.

Kontakt:
Anna Zreik
Pressereferentin unith e.V.
presse@unith.de

Psychische Gesundheit ist keine Verhandlungsmasse: Der Deutsche Psychotherapiekongress (DPK) setzt ein klares Signal gegen Kürzungen und drohenden Versorgungsabbau

Psychische Gesundheit ist keine Verhandlungsmasse: Der Deutsche Psychotherapiekongress (DPK) setzt ein klares Signal gegen Kürzungen und drohenden Versorgungsabbau

Berlin, 06.05.2026. Während psychische Erkrankungen weiter zunehmen und die Nachfrage nach Versorgung steigt, stehen aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen dazu in einem fatalen Gegensatz.

Honorarkürzungen und strukturelle Unsicherheiten gefährden aus Sicht der Kongressorganisatorinnen und -organisatoren die psychotherapeutische Versorgung, die bereits heute vielerorts an ihre Grenzen stößt.

Der 5. Deutsche Psychotherapie Kongress (DPK) greift diese besorgniserregende Entwicklung auf und stellt sie ins Zentrum der politischen Eröffnungsveranstaltung am 9. Juni 2026:

„Psychische Gesundheit im Epochenbruch: Versorgung sichern statt kürzen“ 

„Wir sehen aktuell eine gefährliche Schieflage: Der Bedarf wächst – gleichzeitig geraten zentrale Strukturen der psychotherapeutischen Versorgung unter Druck“, erklären Dr. Christina Jochim, Dr. Enno Maaß (DPtV Bundesvorsitzende) und Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier (Präsidentin der DGPs).
„Psychotherapie ist kein zu begrenzender Kostentreiber, sondern eine zentrale Investition in die psychische Gesundheit, gesellschaftliche Stabilität und Lebensqualität. Angesichts hoher Arbeitsunfähigkeitszeiten, Frühberentungen und erheblichen Folgekosten psychischer Erkrankungen hilft Psychotherapie nicht nur, Leid zu verringern, sondern langfristig Kosten einzusparen.“

In der politischen Eröffnungsveranstaltung kommen Vertreter:innen aus Wissenschaft, Versorgung, Erfahrungsperspektive sowie namhafte Politikerinnen und Politiker zusammen, um zentrale Fragen zu diskutieren:

  • Welche Folgen haben die aktuellen gesundheitspolitischen Entscheidungen konkret für Patient:innen und Behandler:innen?
  • Wo versagt das Gesundheitssystem – und was muss sich kurzfristig ändern?
  • Wie kann evidenzbasiertes Wissen endlich konsequent in Versorgung und politische Entscheidungen umgesetzt werden?

Im Fokus steht dabei auch die klare Botschaft an die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken als Schirmherrin:Unter-, Fehl- und Spätversorgung verursachen erhebliche Folgekosten – menschlich wie ökonomisch. Wer heute an psychischer Gesundheit spart, zahlt morgen einen deutlich höheren Preis.

Der Kongress versteht sich dabei nicht nur als wissenschaftliches Forum, sondern vor allem auch als Ort gesellschaftlicher Verantwortung. Neben dem Panel bieten begleitende Formate Raum für Positionierung und Austausch und machen die Dringlichkeit des Themas sichtbar.

„Psychische Gesundheit ist eine zentrale Zukunftsfrage – gerade in Zeiten multipler Krisen. Sie entscheidet über gesellschaftlichen Zusammenhalt, wirtschaftliche Stabilität und demokratische Teilhabe“, so Prof. Dr. Rudolf Stark (Vorsitzender von unith e.V.) „Deshalb braucht es jetzt klare politische Prioritäten.“


Weitere Informationen:
Der Deutsche Psychotherapie Kongress (DPK) findet seit Juni 2022 jährlich im Hotel Estrel Berlin unter wechselnder wissenschaftlicher Präsidentschaft führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Klinischen Psychologie und Psychotherapie  statt und bringt als größter deutschsprachiger Kongress zur klinischen Psychotherapie Wissenschaft, Praxis, Aus- und Weiterbildung sowie Versorgung auf höchstem fachlichen Niveau zusammen, um aktuelle Erkenntnisse einem breiten Fach- und Fachpolitik-Publikum zugänglich zu machen.

www.deutscher-psychotherapie-kongress.de

Kongressausrichtende 2026:
Der 5. Deutsche Psychotherapie Kongress – Forum für Klinische Psychologie und Psychotherapie wird von der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs), unith e.V. (Verbund der universitären Aus- und Weiterbildungsinstitute), der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) sowie den Kongresspräsidentinnen Prof. Dr. Hanna Christiansen (Philipps-Universität Marburg) und Prof. Dr. Cornelia Weise (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) ausgerichtet.

Presseakkreditierung Kongress / Anfragen zu Interviews:
Wir laden Sie herzlich ein, am 5. Deutschen Psychotherapie Kongress – Forum für Klinische Psychologie und Psychotherapie teilzunehmen und in Wort und Bild zu berichten. Konditionen für die Presseakkreditierung: https://deutscher-psychotherapie-kongress.de/presse/

Pressekontakt:
Anna Zreik
Pressereferentin unith e.V.
Varrentrappstraße 40/41
38114 Frankfurt am Main
presse@unith.de

Über die DGPs:
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs e.V.) ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologinnen und Psychologen. Die rund 6000 Mitglieder erforschen das Erleben und Verhalten des Menschen.

Über unith:
Unith e.V. ist der Verbund universitärer Ausbildungs- und Weiterbildungsgänge für Psychotherapie. Mitglieder des Verbunds sind staatlich anerkannte Einrichtungen für die Ausbildung und Weiterbildung in Psychotherapie sowie universitäre Psychotherapeutische Hochschulambulanzen für Forschung und Lehre.

Über die DPtV:
Mit über 37.000 Psychotherapeut*innen ist die DPtV der größte Berufsverband für Psychologische Psychotherapeut*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Psychotherapeut*innen in Ausbildung in Deutschland.

Pauschale Honorarkürzungen bedrohen die Versorgung psychisch erkrankter Menschen

Pauschale Honorarkürzungen bedrohen die Versorgung psychisch erkrankter Menschen

Pressemitteilung

unith e.V. beteiligt sich an bundesweiten Protesten gegen Honorarkürzungen

Frankfurt am Main, 31.03.2026 – unith e.V. beteiligt sich am 11. April 2026 als Mitveranstalter an einer Demonstration in Frankfurt am Main. Ab 15:00 Uhr protestieren auf dem Opernplatz vor allem Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) gemeinsam mit Studierenden, approbierten Psychotherapeutinnen uns Psychotherapeuten und Unterstützenden gegen die geplante Honorarkürzung von 4,5 Prozent durch den GKV-Spitzenverband.

Die Kürzung trifft PiAs besonders hart: Da sie ihre Ausbildung größtenteils selbst finanzieren und die Vergütung für Ausbildungstherapien sinkt, verschärft sich ihre ohnehin prekäre finanzielle Lage weiter. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung der neuen Weiterbildung ungeklärt – statt notwendiger Verbesserungen drohen zusätzliche Belastungen.

Bundesweit wächst der Protest gegen diese Entwicklung. Initiativen und Berufsverbände warnen vor langfristigen Folgen für den psychotherapeutischen Nachwuchs und damit für die Versorgung insgesamt.

„Die Honorarsenkung verschärft die ohnehin schwierige Situation der PiAs erheblich und gefährdet die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung“, erklärt Prof. Dr. Rudolf Stark, Vorstandsvorsitzender von unith e.V. Dr. Heike Winter ergänzt: „Wenn wir die Ausbildung und Weiterbildung jetzt nicht sichern, fehlen morgen die dringend benötigten Fachkräfte.“

unith e.V. setzt mit der Beteiligung ein klares Zeichen für bessere Ausbildungsbedingungen und eine nachhaltige Sicherung des psychotherapeutischen Nachwuchses.

Demo zur Honorarkürzung in der Psychotherapie
Zeit: 11. April 2026, 15:00 Uhr
Ort: Opernplatz, Frankfurt am Main


Pressekontakt
Anna Zreik

Pressereferentin unith e.V.
presse@unith.de

Über unith e.V.
unith e.V. setzt sich bundesweit für faire Ausbildung, moderne Weiterbildung und bessere Arbeitsbedingungen in der Psychotherapie ein. Der Verein vertritt die Interessen von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und engagiert sich für eine hochwertige, zukunftsfähige Versorgung von Patientinnen und Patienten.