Kategorie: Aktuelles

Die Ziele von unith e.V. auf dem DPT

Im April wird auf dem Deutschen Psychotherapeuten Tag (DPT) über die neue Musterweiterbildungsordnung entschieden. Unith e.V. setzt sich für eine Verkürzung der Weiterbildung auf vier Jahre und für eine Flexibilität in der Weiterbildung ein, denn:

  • Viele der Kompetenzziele werden auch schon jetzt im Rahmen der postgradualen Ausbildung erreicht. Unter Berücksichtigung des spezifischen Studiums käme die Forderung von fünf Jahren Weiterbildung, im Vergleich einer Verdoppelung der Anforderungen gleich. Dies lässt sich fachlich in diesem Ausmaß nicht begründen.Je nach Verfahren werden im Rahmen der jetzigen Ausbildung zwischen 20 und 40 Patient*innen unter Supervision behandelt, d.h. psychotherapeutisch versorgt.
  • Eine verkürzte Weiterbildungsdauer bedeutet auch für die PiAs eine verbesserte berufliche und persönliche Selbstbestimmung.
  • Alle Prognosen weisen auf einen deutlichen Mangel an Weiterbildungsstellen – sowohl im stationären als auch ambulanten – Bereich hin. Nach der aktuellen Statistik* wurden im Jahr 2020 rund 3.350 Therapeut*innen ausgebildet. Bei der diskutierten Anforderung einer zweijährigen (Vollzeit-) Weiterbildung im ambulanten Bereich könnten daher mit den aktuellen Ressourcen der staatlich anerkannten Institute maximal nur etwa 1.700 Weiterbildungsteilnehmer*innen eine Stelle angeboten werden.
  • Für den größten Teil der Kompetenzen gilt, dass diese sowohl ambulant als auch stationär erworben werden können. Deswegen wäre es sinnvoll, je nach persönlicher Schwerpunktsetzung, Verfügbarkeit von Weiterbildungsstellen und spezifischen Anforderungen von Weiterbildungsstätten, dass eine Gesamtweiterbildungszeit in verschiedenen Bereichen in unterschiedlicher zeitlicher Länge absolviert werden kann.

Gemeinsam mit der DGPs, dem Fakultätentag Psychologie und der Psychologischen Fachschaftskonferenz haben wir eine Petition ins Leben gerufen, die die Verkürzung der Weiterbildungszeit auf vier Jahre fordert. Hier können Sie die Petition unterstützen.

Entscheidung des DPT über die zukünftige Weiterbildung

Am 23.April 2021 wird auf dem Deutschen Psychotherapeuten Tag (DPT) über die Zukunft von mehreren tausend werdenden Psychotherapeut*innen entschieden. Das Problem: Vielen Studierenden und Studieninteressierten ist (noch) nicht bewusst, wie weitreichend die Entscheidung des DPT sein könnte.

Auf dem 38. Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) entscheidet die Bundesdelegiertenversammlung der Bundespsychotherapeutenkammer u.a. über die sogenannte „Musterweiterbildungsordnung“. Diese regelt die Weiterbildung eines Psychologen/einer Psychologin zum approbierten Psychotherapeut*in.

Seit dem im September 2020 beschlossenen Psychotherapeutengesetz ist dies nun anders: Wie alle anderen Fächer auch, wurde das Psychologie Studium in ein grundständiges Bachelor- und ein postgraduales Masterstudium umgebaut. Vor allem im Masterstudium können Studierende nun besser fachliche Schwerpunkte setzen. Das erhöht nicht nur die Anforderungen an die Studierenden, sondern auch ihre Kompetenzen. Nach dem absolvierten Master-Studium führt eine Staatsprüfung zur Approbation. Es folgt eine drei- bis fünfjährige Ausbildung zum approbierten Psychotherapeuten.

Die Bedingungen für Psychotherapeuten in Ausbildung (PiAs) sind prekär, die Dauer der Ausbildung war bisher gar nicht oder nur minimal bezahlt. Inzwischen wurde zumindest eine Vergütung von 1.000 Euro monatlich für eine Vollzeit Stelle beschlossen. Eine dreijährige Vollzeit Weiterbildung ohne finanzielle Ressourcen ist in Realität nur sehr selten möglich.

Entscheiden sich PiAs für die 5-jährige Teilzeit Weiterbildung, wie die meisten, kollidiert das oftmals mit privaten und familiären Entscheidung.

Welche konkreten Forderungen unith e.V. stellt, lesen Sie hier.

Gemeinsam mit der DGPs, dem Fakultätentag Psychologie und der Psychologischen Fachschaftskonferenz haben wir eine Petition ins Leben gerufen, die die Verkürzung der Weiterbildungszeit auf vier Jahre fordert. Hier können Sie die Petition unterstützen.

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Psychotherapie

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind in psychotherapeutischer Behandlung, das belegt der aktuelle Arztreport der BARMER. Die Corona Pandemie und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen haben die Situation zusätzlich verschärft.

Die Zahl der jungen Patient*innen hat sich innerhalb der letzten 11 Jahre mehr als verdoppelt. Laut dem Bericht benötigten 823.000 Kinder und Jugendliche psychotherapeutische Hilfe im Jahr 2019 – das ist zu 2009 ein Anstieg von 104%.

Anlass für eine solche Therapie sind dem Bericht zufolge häufig Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen – etwa nach Trauererlebnissen oder Mobbing. Ursache können aber auch Depressionen, Angststörungen sowie emotionale Störungen des Kindesalters sein.

Die Corona-Pandemie samt strikter Kontaktbeschränkungen dürfte nach Einschätzung der Experten die Situation weiter verschärfen. Gerade jetzt seien die Kinder und Jugendlichen stark psychisch belastet.

Wie aus dem Barmer Arztreport weiter hervorgeht, gibt es deutliche regionale Unterschiede bei der In­anspruchnahme psychotherapeutischer Leistungen. Am größten war im Jahr 2019 demnach der Bedarf in Berlin mit 5,19 Prozent aller Kinder und Jugendlichen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Hessen.

Den BARMER Arztreport finden Sie hier.