Kategorie: Aktuelles

Eröffnung der Spezialambulanz für Kinder & Jugendliche in Berlin

Die Corona Pandemie hat Kinder und Jugendliche zu Stubenhockern wider Willen gemacht: Schulen und Kitas waren teilweise monatelang geschlossen, Sportvereine und andere Hobbies mussten ausgesetzt, Kontakte auf das Minimum reduziert werden. Der Mangel an Austausch und Bewegung hat Folgen auf die psychische Entwicklung von Kindern: So zeigen Studien eine deutliche Zunahme von Angstzuständen und Depressionen.

Seit der Pandemie und dem damit einhergehenden Bedarfsanstieg an psychosozialer Unterstützung hat sich die ohnehin schon knappe Versorgungssituation noch weiter verschlechtert: Die Wartelisten für einen Therapieplatz sind lang, schon ohne Pandemie musste bis zu einer Behandlung mehr als 4 Monate gewartet werden.

Die neue Spezialambulanz der Humboldt Universität zu Berlin möchte hier ansetzen und Kinder, Jugendliche und Familien unterstützen.

Das Angebot richtet sich zunächst an Kinder und Jugendliche mit Angsterkrankungen.

„Angststörungen sind an sich nicht schwierig zu behandeln, wenn man weiß, wo man ansetzen muss“, sagt Prof. Dr. Julia Asbrand, Leiterin der Einrichtung. „Man braucht Zeit, den Willen und den Rückhalt der Familie, um Behandlungserfolge zu erzielen. In der Regel dauert eine Behandlung ca. ein Jahr bei Kindern und Jugendlichen.“ Das Angebot der Spezialambulanz soll in den kommenden Monaten noch erweitert werden, um mehr Kinder und Jugendliche zu unterstützen.

Kammerwahlen

Kammerwahlen in Berlin und Hessen

Derzeit (Juni 2021) finden Kammerwahlen in Berlin und Hessen statt – eine wichtige und gute Möglichkeit für alle Psychotherapeut*innen eine kompetente und professionelle Vertretung zu wählen. Wir stellen hier Listen vor, die unith Positionen vertreten oder nahestehen.

Berlin, Liste Nr. 7 „Wissen schafft Praxis“


Die Liste „Wissen-schafft-Praxis“ setzt sich vor allem für das Grundprinzip einer optimalen Versorgung von Patientinnen und Patienten auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse ein.

Ziel ist es, den wechselseitigen Förderung von Forschung und Praxis zu unterstützen und die Kooperation und Koordination der Kammerarbeit mit den Psychotherapie-Studiengängen sowie der psychotherapeutischen Forschung mit den Praktiker*innen zu stärken..

„Faszinierend an dem Studium und dem Beruf als Psychotherapeut fand ich von Beginn an, die Psychologie als Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen fortlaufend Zu erforschen und so zu nutzen, dass sie für Personen mit psychischen und somatischen Problemen und Erkrankungen genutzt werden kann und dabei zu erleben, wie hilfreich diese Erkenntnisse und die Nutzung psychologisch fundierter Behandlungen dann tatsächlich für Betroffene sind.“ sagt Prof. Dr. Thomas Fydrich, Listenführer von „Wissen-schafft-Praxis“.

Die Ziele der Liste „Wissen schafft Praxis“ kurz und knapp

Sicherstellung optimaler Patient*innenversorgung:

  • Kultursensible Aspekte und Diversität in der psychotherapeutischen Versorgung berücksichtigen
  • Stellenplanung in der ambulanten und stationären Versorgung am Bedarf orientieren
  • Versorgungsangebote vernetzen und koordinieren
  • Angemessene Nutzung neuer Medien und Techniken in der Psychotherapie fördern
  • Qualitätssicherung alltagstauglich gestalten

Vernetzung von Wissenschaft & Praxis

  • Forschungsergebnisse für den klinischen Alltag zugänglich machen (z.B. Workshops)
  • Erfahrungen aus der klinischen Praxis in die Forschung übertragen
  • Kommunikation und Praxisorientierung der Behandlungsleitlinien fördern
  • Psychotherapie- und Versorgungsforschung unterstützen
  • Mit dem künftigen „Zentrum psychische Gesundheit Berlin“ zusammenarbeite

Stärkung unserer Berufsgruppe

  • Flexible Weiterbildung (4 statt 5 Jahre) sowie Vereinbarkeit mit Familie und wissenschaftlicher Tätigkeit ermöglichen
  • Stationäre und ambulante PiA- und Weiterbildungsstellen sichern
  • Adäquate Vergütung und Leitungskompetenz von Psychotherapeut*innen fördern
  • Praxisorientierung im Studium durch Kooperation mit den Universitäten unterstützen
  • Dialog und Austausch zwischen Psychotherapieverfahren fördern

Die Aufstellung der Liste und weitere Informationen finden Sie auf der Website und dem offiziellen Flyer.

Die Wahlmöglichkeit besteht bis zum 29.06.2021.

Hessen, Liste 6, „VT-AS“ Verhaltenstherapie Liste/ Angestellte – Selbstständige Ausbildungsteilnehmer*innen

VT-AS – das sind Kolleg*innen aus allen Berufsfeldern: niedergelassen in freier Praxis, angestellt in Kliniken, Instituten oder Beratungseinrichtungen, in Ausbildung, tätig im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung und in der Forschung. Unterstützt wird die Liste von der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT-BV), vom Deutschen Fachverband für Verhaltenstherapie (DVT), von Klinisch-Psychologischen Instituten der hessischen Universitäten sowie von staatlich anerkannten verhaltenstherapeutischen Ausbildungsinstituten in Hessen.

Die Ziele der Liste kurz und knapp:

  • Überzeugende Vertretung der Qualifikation und Kompetenz von Psychotherapeut*innen– gegenüber Partnern im Gesundheitswesen, politischen Instanzen und der Allgemeinbevölkerung
  • Unterstützung neuer Versorgungsformen, wie der Komplextherapie oder der Nutzung internetgestützter psychotherapeutischer Interventionen.
  • Sicherung und Verbesserung der Ausbildungsbedingungen für PiA, u.a. die Verbesserung der Vergütung über die Mindestvergütung hinaus.
  • Umsetzung der neuen Weiterbildung, die den künftigen Psychotherapeut*innen in Weiterbildung gute Arbeitsmöglichkeiten im stationären und ambulanten Sektor und in Beratungsstellen ermöglicht.
  • Verbesserung der Vergütung von niedergelassenen Psychotherapeut*innen und eine Verbesserung der Position von angestellten Psychotherapeut*innen in Kliniken, Tageskliniken, Beratungsstellen, Heimen und Medizinischen Versorgungszentren entsprechend ihrer guten Qualifikation (Vergütung, Verantwortung, Leitungsfunktionen).
  • Fokus auf eine gute psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen: sowohl die Versorgung durch Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Psychologischen Psychotherapeut*innen wie auch die Versorgung in der Jugendhilfe und insbesondere in der Erziehungsberatung.
  • Mitgliederorientierte Kammerarbeit, die sich auf die Anliegen und Fragen der Mitgliedschaft konzentriert, zeitnahe berufspolitische Informationen zu relevanten Fragen vermittelt und spezifische und fachlich gut fundierte Fortbildungsangebote mit ausgewiesenen Experten im Bereich der modernen Kognitiven Verhaltenstherapie anbietet.
  • Angemessene Berücksichtigung von psychotherapeutischen Kompetenzen bei der Behandlung somatischer Krankheiten.
  • Sparsame Haushaltsgestaltung der Kammer.
  • Thematisierung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wie die Corona-Pandemie, die Klimakrise oder die Hilfe für Betroffene terroristischer Angriffe.

Die Aufstellung der Liste 6 aus Hessen und weiter Informationen finden Sie im Flyer.
Die Wahlmöglichkeit besteht bis zum 30.06.2021.





Neues Infoportal für Kinder & Jugendliche mit Gewalterfahrung

Ein Verbund von Kinderpsycholog:innen deutscher Universitäten schafft ein neues Webangebot, um Kindern und Jugendlichen mit Gewalterfahrungen zu helfen. Das neue Infoportal www.du-auch.de richtet sich direkt an Kinder und Jugendliche zum Thema Trauma nach Gewalterfahrung.

Durch die Corona-Pandemie hat sich der Alltag der Bevölkerung massiv verändert. Die psychologischen Folgen fallen gravierend aus, was sich u. a. in einer hohen Belastung von Familien und höheren Gefährdung von Kindern zeigt. Studien berichten von einer Zunahme an körperlicher und sexueller Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Durch die Pandemie hat sich die Erreichbarkeit betroffener Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien aber verschlechtert. Deshalb soll das neue Angebot www.du-auch.de helfen, die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit körperlichen und sexuellen Gewalterfahrungen oder Vernachlässigung zu verbessern.

Das vom BMBF geförderten Forschungsprojektes BESTFORCAN (https://www.ku.de/bestforcan) hat daher die Seite www.du-auch.de ins Leben gerufen, um Jugendliche besser zu adressieren und ihnen Zugang zu einer evidenzbasierte Intervention zu verschaffen, der traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie  „LOT – Leben ohne Traumafolgen“.  Auf der Seite www.du-auch.de finden Jugendliche altersgerecht und übersichtlich gegliedert in kurzen Texten Informationen dazu, was sie tun können, wenn sie selbst – oder ein Freund oder eine Freundin – Opfer von Gewalt geworden sind.

Die Seite ist vor allem für die mobil-Nutzung mit dem Smartphone konzipiert – funktioniert aber auch als Desktopvariante. Sie bietet direkte Links zu Hilfsportalen wie der „Nummer gegen Kummer“ und dem „Hilfstelefon sexueller Missbrauch“. Darüber hinaus wird erklärt, wie eine LOT-Therapie helfen kann und warum es einem nicht peinlich sein muss, mit Fremden über schwierige Dinge zu sprechen. Eigens produzierte Filme im graphic novel Style erzählen die Geschichte der 14jährigen Sara, die es schafft, sich trotz eines sehr traumatischen Erlebnisses nach einer Therapie wieder besser zu fühlen.

Neu und wichtig: Die Seite bietet eine direkte Kontaktmöglichkeit per whats app oder Telefon zu Kinderpsycholog:innen, die Jugendlichen bei der Suche nach einem LOT-Therapieplatz helfen. Deutschlandweit wurden Therapeut:innen in dieser besonderen Trauma-Therapie geschult – und es gibt aktuell noch freie Plätze.

Mehr Informationen finden Sie hier: www.du-auch.de